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Kampf der Bevölkerungsexplosion

Mit einer neuen Kampagne vor allem in den ländlichen Regionen will die ägyptische Regierung gegen die Bevökerungsexplosion im Land ankämpfen. Zum Vergleich: Im Jahr 1972 gab es 40 Millionen Ägypter, heute ist man bei fast 100 Millionen. Wie soll das funktionieren in einem Land, in dem zudem nur 5 Prozent der Landesfläche fruchtbares Ackerland sind, in dem die Arbeitslosigkeit in schwindelnde Höhen steigt und inzwischen über ein Viertel der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebt. Präsident Abdelfatah Al Sisi bezeichnete gar die Überbevölkerung (neben islamistischem Terror) als größte Bedrohung für das Land.

Jedes Jahr werden inzwischen rund 2,5 Millionen Babies geboren. Mit der neuen Kampagne soll die Reproduktionsrate der Frauen auf 2,4 Kinder gesenkt werden.
12 000 ausgebildete Familienplanungs-Experten sollen ab sofort im ländlichen Raum unterwegs sein, um die Familien aufzuklären und zu überzeugen. In über 6 000 staatlichen Spezial-Kliniken wird bereits Familienplanung betrieben und beworben, werden Frauen über Verhütungsmittel aufgeklärt und können zu einem minimalen Preis Antibabypille und andere Verhütungsmittel erwerben, können sich die Spirale einsetzen lassen etc. Laut einer ägyptischen Statistik ist der Zusammenhang zwischen Armut und Anzahl der Kinder in einer Familie mehr als signifikant. Die These dass viele Kinder im Alter die Versorgung der Eltern sicherstellen, hat sich als falsch herausgestellt. Wie auch wenn kaum eines der Kinder eine Arbeit hat, weil eine entsprechende Ausbildung in den meisten Familien mit vielen Kindern fehlt. Hilfreich für die neue Kampagne ist sicherlich aber auch, dass seit der Regierung von Al Sisi jeder Ägypter eine staatliche Rente bekommt, ob er jemals gearbeitet hat oder nicht. Die ist zwar nicht sehr hoch, aber immerhin hilft sie den Familien. Auch eine Sozialhilfe für Arbeitslose gibt es inzwischen, ebenso ein staatliche Beihilfe für geschiedene Frauen und verwitwete Frauen, deren verstorbene Männer vorher keinen Rentenanspruch hatten. Ebenso gibt es inzwischen Behindertenrenten, auch bereits für Kinder.

Auch in der Frage der Kinderhochzeiten geht man inzwischen rigoroser vor als früher und will dies noch intensiver betreiben und bestrafen: Immer noch werden nämlich Mädchen vor dem Erreichen des 16. oder 18. Lebensjahres verheiratet und werden dadurch auch allzu früh Mutter. Obwohl das gesetzliche Mindestalter für eine Heirat bei 18 Jahren liegt, wird dies immer wieder mit allerleit Tricks wie Änderung der Geburtsurkunden etc. umgangen. Dies alles ist nicht nur eine Frage der Gesundheitsgefährdung der jungen Frauen sondern zielt auch in die Richtung der Geburtenkontrolle.

Es ist zu hoffen dass diese ägyptische Initiative Erfolg zeigt und wegweisend wird für andere afrikanische Länder, die mit denselben Problemen kämpfen. Überraschenderweise gab selbst Al Azhar, die oberste sunnitische religiöse Instanz, sozusagen grünes Licht für diese Kampagne: Familienplanung und Empfängnisverhütung seien nicht gegen die Grundsätze des Islam. Diese Aussage ist besonders wichtig für die Behandlung dieser Themen in den Moscheen des Landes, in denen seit zwei Jahren nur noch von Al Azhar lizensierte Prediger auftreten dürfen. Manchmal geschehen doch noch kleine Wunder...

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