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Newsletter Nr. 4/2013

Liebe Mitglieder, Paten, Foerderer und Freunde!

Sicherlich machen sich viele von Ihnen gerade im Moment besonders grosse Sorgen um Aegypten und auch um uns, die Mitarbeiter in Luxor, und um unsere betreuten Kinder und Familien hier. Die Nachrichten aus Aegypten sind ja auch wahrlich nicht erfreulich, sondern sogar sehr erschreckend und sehr traurig, den viele Menschen sind schon umgekommen oder verletzt worden bei den neuerlichen Unruhen.

Allerdings: Aus der Entfernung sieht manchmal alles schlimmer aus als es ist … Aegypten ist ein riesiges Land, Cairo eine riesige Stadt mit kaum vorstellbaren Ausmassen. Um es ganz klar zu sagen (auch wenn die europaeischen Medien dieses Wort schon vielfach benutzt haben oder diese Aengste – teils auch aus Sensationsgier – schueren): Bisher herrscht KEIN Buergerkrieg in Aegypten! Die Gewalt hat sich bisher NICHT im ganzen Land verbreitet und es herrscht auch KEIN Horror oder Chaos im gesamten Land. Gewaltsame Auseinandersetzungen sind lokal immer noch sehr begrenzt. Dies soll nichts beschoenigen. Aber: Im groessten Teil des Landes geht das Leben Gott sei Dank immer noch einen ganz normalen Gang. Auch wenn in anderen Landesteilen schlimme und furchtbare Dinge passiert sind, auch wenn es in Luxor-Stadt einmal “geknallt” hat, als randalierende Muslimbrueder einige koptische Geschaefte angezuendet haben.

Im Moment hilft nur eins: Ein gutes Mass an Vorsicht walten lassen und einen ruhigen Kopf bewahren! Dies gilt nicht nur fuer Aegypter oder Auslaender die hier leben, sondern es sollte auch fuer Europaer und alle anderen Laender dieser Welt gelten. Das Land braucht Zeit, viel Zeit und viel Geduld und Verstand auf dem Weg in eine hoffentlich bessere Richtung, in eine Demokratie (wie auch immer die genau aussehen wird, aber auch das ist Sache der Aegypter).
Im Moment kochen hier die Emotionen hoch, aber die Aegypter muessen diese Probleme selbst loesen. Andere Laender sollten sich heraushalten. Alles andere waere fatal fuer die weitere Entwicklung.

WENN man diesem Land von aussen wirklich langfristig helfen will, dann sollte man in Bildung investieren, in Bildung generell, in kleinere oder groessere Bildungsprojekte, Schulen, Universitaeten, Austausch von Schuelern und Studenten, Verbesserung der Berufsausbildungen, Frauen- und Maedchenbildung etc. Es gibt Beispiele, aber es sind VIEL zu wenige. Vor allem in Suedaegypten, dort wo wir sitzen, dieser leider (bis auf den Tourismus) vergessenen und voellig vernachlaessigten Haelfte von Aegypten. Zum Beispiel erfaehrt leider die Internationale Deutsche Schule Luxor, die vor drei Jahren gegruendet wurde, kaum eine offizielle Unterstuetzung aus Deutschland. Diese Schule kaempft ums Ueberleben. Mehr als traurig, denn es gibt im gesamten Sueden keine einzige andere Schule, die den Schuelern eine Bildung nach europaeischem Standard vermitteln kann. Doch dieser Standard sollte auch in den staatlichen Schulen eigentlich als Grundlage dienen … Da gaebe es sooooooo viel zu tun fuer Investoren, Berater usw. Es gibt Bemuehungen im Land Bildung zu verbessern und zu intensivieren, beispielsweise die grossartige private Sawiris-Foundation der koptischen Unternehmerfamilie Sawiris, die auf diesem Sektor schon so viel Gutes geleistet hat (unzaehlige Auslandstipendien fuer Studenten, Hotelfachschule El Gouna mit deutschem Abschluss, Krankenpflegeschule mit deutschem Abschluss, Eroeffnung des Campus El Gouna der TH Berlin mit Studiengaengen die besonders auf aegyptische Verhaeltnisse zugeschnitten sind, zum Beispiel Wasserwirtschaft usw.).

Aber eigentlich sollte es die Aufgabe des Staates sein, diese Dinge voranzutreiben. Wenn Hilfe und Beratung fuer Aegypten, dann bitte dort, liebe Bundesregierung! Sie sitzen doch eigentlich am richtigen Hebel, Herr Niebel! Solarenergieprojekte, gut und schoen, nutzt aber nichts auf Dauer, wenn die Leute nicht entsprechend ausgebildet sind, um die Instandhaltung langfristig sicherzustellen. Und wenn ein normaler Mensch auf dem Land sich noch nicht einmal vorstellen kann wie Solarenergie ueberhaupt funktioniert – weil er nicht weiss was das ist…. Oder wenn er nicht begreift, warum er mit Dingen wie Wasser oder Energie sparsam umgehen soll… Wieso, ist doch genug Wasser im Nil… Bildung (auch politische Bildung), Herr Niebel, ist das Zauberwort fuer ein Land wie Aegypten!!! Ein oder zwei Goetheinstitute in den groessten Staedten des Landes reichen nicht! Und eine deutsche Uni in Cairo, die so unverschaemt teure Studien-Gebuehren verlangt, dass nur die absolute Oberschicht sich das Studium dort leisten kann, ist auch nicht das Gelbe vom Ei …

Wir, die Kleine Pyramide, setzen unter anderem auch genau beim Thema Bildung an, an der Basis, aber immerhin… Neben den medizinischen Dingen und Aufgaben, die wir erledigen, ist eins unserer Hauptanliegen die Verbesserung der Bildung, die Foederung von Kindern und Frauen, die eben bisher kaum eine Chance auf Bildung hatten wegen Armut, Krankheit, Behinderung oder sehr konservativer Einstellung zum Thema Gleichberechtigung der Frau.

Kindergarten Luxor
In unserem Kindergarten geht es noch immer sehr ruhig zu.

Bildung ist ein Menschenrecht, Bildung macht den Unterschied, eine gute Bildung, das Erlernen einer Fremdsprache zum Beispiel, aendert ALLES! Es gibt genug Beispiele auf dieser Welt…Deshalb helfen Sie uns weiter mit Spenden, damit wir weiterhin hier helfen koennen, auch beim Thema Bildung!

Anbei ein ganz aktuelles Foto von gestern aus unserem Kindergarten – auch als Zeichen, das bei uns bisher alles voellig normal und ruhig verlaeuft. Wir hatten ein Musiker zu Besuch, der mit den Kindern Musik gemacht und gesungen hat. Alle hatten viel Spass. Also, uns geht es gut!

Mit vielen Gruessen von Ihrem Team aus Luxor!

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