Aktuelles

Newsletter Nr. 1/2012

Liebe Mitglieder, Paten, Foerderer und Freunde!

Heute auf den Tag ist es genau ein Jahr her, dass Hosni Mubarak als aegyptischer Staatspraesident zuruecktrat. 18 Tage Massenproteste hatten ihn damals aus dem Amt gefegt. Doch Demokratie und Freiheit wollen hart erarbeitet werden, der Sturz des ungeliebten Diktators war nur der erste – und im Nachhinein wird dies klar – wohl auch noch der leichteste Schritt. Inzwischen haben die Parlamentswahlen stattgefunden, die islamisch gepraegten Parteien gingen daraus als klare Sieger hervor, dies war nicht unbedingt ueberraschend. Wie es sich hier in Aegypten politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich langfristig weiterentwickeln wird, ist noch alles andere als klar. Sicher ist jedoch eins: Zunaechst einmal sind die konservativen Kraefte gestaerkt aus der Revolution hervorgegangen. Wie sie allerdings mit den vielfaeltigen Problemen dieses Landes klarkommen werden, steht auf einem anderen Blatt. Das Volk hat enorm hohe Erwartungen, die wohl kaum schnell erfuellt werden koennen. Und so hat sich auch schon massive Enttaeuschung breitgemacht, vor allem bei den jungen Leuten und bei der intellektuellen Schicht des Landes, die sich um die Fruechte der Revolution betrogen sehen. Und all diejenigen, die etwas blauaeugig gehofft hatten, dass sich von heute auf morgen ihre wirtschaftliche Situation verbessern wuerde, sind ebenfalls sehr unsanft auf dem Boden der Realitaet angekommen.

Aegypten stehen auch aus diesem Grund weiterhin harte und sicher unruhige Zeiten bevor, das Land braucht Hilfe von vielen Seiten! Am wichtigsten fuer die Zukunft ist ganz sicher gezielte und basisorientierte Aufbauhilfe fuer den Bereich Bildung – und dies moeglichst breit gefaechert fuer Schule, Berufsausbildung oder Studium. Ein richtiger Schritt in diese Richtung koennte zum Beispiel die geplante Zusammenarbeit der IG Metall Esslingen mit der Stadt Luxor in den metallverarbeitenden Berufen sein. Hier gute Lehr- und Pruefungsstrukturen aufzubauen, die eben bislang groesstenteils fehlen, ist eine dankbare Aufgabe. Viele andere Berufsbereiche bieten sich ebenfalls fuer eine solche Kooperation an. Ein gut erlerntes Handwerk hat auch in Aegypten goldenen Boden! Solche Einzelprojekte an der Basis, ueberschaubar und finanzierbar, sind sicherlich sinnvoller, als Hunderte von Millionen Euro oder Dollar an staatlich gelenkter Auslandshilfe mit der Giesskanne zu verteilen, die dann noch zum groessten Teil in dunklen Kanaelen oder einer aufgeblaehten Verwaltung verschwinden.

Der neue Gouverneur von Luxor, Dr. Ezzat Saad, ein langgedienter Diplomat und ehemaliger aegyptischer Botschafter unter anderem in Russland, ist an solchen Kooperationen in seinem Gouvernorat hochgradig interessiert. Er sieht ganz klar die dringende Notwendigkeit der Schaffung neuer und stabiler Arbeitsplaetze – abseits des Tourismus. Der Bevoelkerungungszuwachs in Aegypten verheisst nichts Gutes, wenn in dieser Richtung nichts getan wird. Soziale Ruhe wird nur einkehren, wenn die jungen Menschen in Aegypten kuenftig vernuenftige Ausbildungen erfahren und anschliessend Arbeitsplaetze finden, mit denen sie ihre Familien ernaehren koennen.

Der neue Gouverneur hat sich auch bereits fuer uns in Sachen Grundstueck eingesetzt. Nach vielen Enttaeuschen diesbezueglich sind wir wieder mehr als hoffnungsvoll, dass es nun bald endlich klappt, und wir unseren Bau beginnen koennen.

Auch wenn in vielen Fernsehsendungen ueber Ausschreitungen und einen Anstieg der Kriminalitaet berichtet wird (was sicherlich richtig ist): In Luxor und an vielen anderen Orten des Landes ist es nach wie vor ruhig – und in vielen Staedten in Deutschland ist die Kriminalitaetsrate um ein Vielfaches hoeher als hier. Wieviele Bankueberfaelle gibt es beispielsweise taeglich in Deutschland? Darueber wird sogar kaum noch in einer Zeitung berichtet, so alltaeglich ist das. Als in Cairo vor kurzem die Filiale einer Bank ueberfallen wurde (ein bisher wirklich absolut ungewoehnliches Ereignis in Aegypten), gab es ein Echo in der internationalen Presse, als sei gerade der Assuan-Staudamm eingebrochen…

Viele Paten haben sich von den Nachrichten aus Aegypten Gott sei Dank nicht abhalten lassen, ins Land am Nil zu reisen und ihre Patenkinder und – familien zu besuchen. Einer Patin wurde allerdings bei ihrem Besuch (auch das soll nicht verschwiegen werden) die Handtasche geraubt. Eine gewisse Vorsicht ist also geboten, aber das ist so in vielen Laendern dieser Welt. Und wir erleben gerade, und das ist mehr als erfreulich, eine sehr grosse Nachfrage nach Patenschaften und ein deutlich gestiegenes Interesse an unserer Arbeit, sicher auch eine Folge der immensen Aufmerksamkeit, die das Land und seine Entwicklung gerade im Ausland geniessen.

Auch in Aegypten war der Winter im uebrigen sehr kalt, zwar kein Vergleich zu der “Eiszeit”, die zur Zeit in Europa herrscht, aber immerhin: Es gab etliche Naechte mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, und das ist wahrlich alles andere als lustig, wenn man keine Heizung, kein heisses Wasser oder vernuenftiges warmes Bettzeug oder Kleidung hat. Auch die Natur hat teilweise gelitten: Ganze Bananenplantagen, vor allem juengere Anpflanzungen, sind nach mehreren sehr kalten Naechten schlichtweg erfroren, ein herber Verlust fuer die Landwirtschaft. Das “Beweisfoto” dazu finden Sie unter Aktuelles….

Bleiben Sie uns gewogen und helfen Sie uns weiter, Aegypten braucht Sie mehr denn je!

Ihre Teams von der Kleinen Pyramide Trier und The small pyramid Luxor

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