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Pilotprojekt Reittherapie

Abdallah auf dem Pferd mit seinem Betreuer
Abdallah hat sichtlich Freude an der neuen Reit-Therapie

Wir haben vor ein paar Tagen ein Pilotprojekt begonnen: Reittherapie mit behinderten Kindern, ein absolutes Novum in Oberägypten.

Aisha, eine 5-jährige Stute, wurde lange auf diese Arbeit vorbereitet. Sie ist sehr kinderlieb und brav, und gewohnt, dass Kinder sie reiten. Aber wie würde sie reagieren, wenn ein behindertes, stark spastisches Kind auf ihrem Rücken sitzt, das unter Umständen sehr heftige unkontrollierte Bewegungen macht? Das Ergebnis der ersten Therapiestunde war verblüffend: Aisha benahm sich wie ein altes erfahrenes Therapiepferd.

Abdallah, ein zehnjähriger Junge, mit dem wir die Therapie aufgenommen haben, erkrankte kurz nach der Geburt an einer Encephalitis, die sich vor allem auf seine Beine auswirkte. Bis vor zwei Jahren konnte Abdallah überhaupt nicht laufen, seine Beine waren quasi gelähmt, aber dank regelmäßiger Therapie bei uns und viel Eigenmotivation ist Abdallah heute in der Lage, mit einer Hilfe zu laufen. Aber seine Bewegungen wurden noch durch starke Spasmen beeinträchtigt, die sich auf den gesamten Körper und auch auf die Sprache auswirken.Durch die starken Krämpfe sind einige Gelenke sehr steif geworden Der Junge ist hoch intelligent und geht zur Schule. Er ist einer der Klassenbesten. Wie würde er aber auf das große Pferd reagieren? Würde er, der noch nie auf einem Esel oder Pferd gesessen hat, vielleicht Angst haben?

Weit gefehlt! Abdallahs Kennenlernen mit Aisha war verblüffend. Keine Spur von Angst bei Abdallah, keine Scheu, völlig selbstverständlich ging er auf Aisha zu, die ihn entsprechend freundlich mit Schnüffeln begrüßte. Die beiden fanden sich auf Anhieb sympathisch …

Dann ging es los: Helfer Nuby hob Abdallah auf Aishas Rücken, die mit Therapiegurt (ein spezieller Gurt mit Griffen zum Festhalten) und Schabracke ausgerüstet war. Aisha wurde im Schritt angeführt, zwei Helfer gingen rechts und links am Pferd mit um Abdallah abzusichern. Nach einigen Runden konnte Abdallah schon die Griffe loslassen und war völlig entspannt. Er traute sich schon, einige kleine Übungen auf dem Pferd auszuführen, unter anderem das Vorbeugen und »Umarmen« des Pferdes. Die erste Therapieeinheit dauerte nur rund 15 Minuten, um Pferd und Reiter nicht zu überfordern.

Während der gesamten Zeit auf dem Pferd hatte Abdallah keinen einzigen Krampfanfall. Im Gegenteil: Seine Beine waren völlig locker und entspannt und auch seine Schulter- und Ellenbogengelenke entspannten sich zusehends. Wir waren alle vom Ablauf der Therapieeinheit und von der Wirkung auf Abdallah und seiner Freude an dieser Arbeit völlig überrascht.

Zweimal in der Woche wird Abdallah nun mit Aishas Hilfe therapiert. Ein zweites Kind mit ähnlichen Symptomen wird dazu kommen. Wir hoffen, künftig noch mehr Kinder auf diese Art zu therapieren. Nicht nur das Sitzen auf dem Pferd sondern auch der Körperkontakt mit dem Pferd, das Streicheln des warmen und weichen Fells zum Beispiel, erzielt in der Therapie große Erfolge.

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